Torsten Krietsch Fotografie
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Schlachthausbetreibergemeinschaft

Vereinsvorsitzender
Martin Schlegel
Steinatalstr. 7
79761 Waldshut-Tiengen / Detzeln

8. Januar 2010: Schlachthaus-Tradition auf dem Prüfstand

Jahrzehntelang wurde in Detzeln im eigenen, Anfang der 60er Jahre erbauten Schlachthaus geschlachtet - jetzt steht diese Tradition auf dem Prüfstand: Mit Stichtag 1. Januar 2010 darf im Detzelner Schlachthaus nicht mehr gewerblich geschlachtet werden.

Im Detzelner Schlachthaus (Bild) ist im Zuge neuer EU-Hygienerichtlinien gewerbliches Schlachten nicht mehr möglich. 1997 übernahm die Betreiber-gemeinschaft die Organisation. (Von rechts) Martin Schlegel (Vorsitzender), Rolf Zeitz (Metzger) und Horst Schilling (Schriftführer).





Detzeln - Wie in vielen anderen Schlachthäusern der Gemeinden des Landkreises, wären erhebliche Investitionen nötig gewesen, um die Zulassung auf der Basis neuer EU-Hygienerichtlinien zu bekommen (siehe Interview). Die Schlachthaus-Betreibergemeinschaft Detzeln sieht die Vorschriften kritisch. "Bei uns hat es noch nie einen Fleischskandal gegeben, die Vorschriften passen auf Großbetriebe, für uns sind sie überzogen", meint Schriftführer Horst Schilling.

Deutliche Worte richtet Rolf Zeitz, der Detzelner Metzger an das Veterinäramt: "Ich weiß, dass in anderen Bezirken die Richtlinien nicht so engstirnig ausgelegt werden." Etwa 8000 Euro hätten die vorgeschriebenen Maßnahmen im Detzelner Schlachthaus gekostet. Zu viel, sagte die Schlachthaus-Betreibergemeinschaft angesichts der Tatsache, dass es auch in Detzeln immer weniger Landwirte gibt.

"1997 bei unserer Gründung gab es in Detzeln noch 14 Landwirte, heute sind es nur noch vier und zwei davon im Nebenerwerb", erzählt Martin Schlegel, Vorsitzender der Betreibergemeinschaft. Auch er hat mittlerweile die Viehhaltung aufgegeben. Die Zahl der Schlachtungen spiegelt diese Entwicklung wider: 1997 wurden im Detzelner Schlachthaus noch ein paar Schweine und 20 bis 25 Stück Großvieh geschlachtet. 2009 waren es kein einziges Schwein und nur noch elf Stück Großvieh. Extrem hohe Nebenkosten wie zum Beispiel für die Fleischbeschau, ein großer organisatorischer Aufwand und veränderte Ansprüche von immer kleiner werdenden Familien sind nach Ansicht der Betreibergemeinschaft weitere Gründe für den kontinuierlichen Rückgang der Zahl der Schlachtungen.

Zwölf Jahre lang war die Betreibergemeinschaft ein Erfolgskonzept mit Vorbildfunktion. Nachdem die Stadt Anfang 1997 weitere Investitionen in das Schlachthaus als nicht mehr lohnenswert ablehnte, initiierte Martin Schlegel eine dörfliche Eigeninitiative. Er setzte sich mit dem Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband in Verbindung. "Ich habe mit seiner Hilfe eine Satzung ausgearbeitet und den Verein gegründet, es war die erste Betreibergemeinschaft in der Region", erzählt Martin Schlegel. Jeder der 14 Gründungsmitglieder zahlte 100 DM ein. Dafür konnten sie kostenfrei schlachten. Nötige Investitionen unter anderem für ein neues Kühlaggregat und eine neue Bodenbeschichtung wurden gestemmt. Und alljährlich im Oktober organisierte die Betreibergemeinschaft mit Unterstützung vieler freiwilliger Helfer ein Schlachtfest, das sich in Detzeln und Umgebung großer Beliebtheit erfreute. Bereits letztes Jahr hatten die Detzelner auf das Schlachtfest verzichten müssen, und die Betreibergemeinschaft auf die Einnahmen von durchschnittlich 2800 Euro, mit denen sie den Schlachthausbetrieb aufrechterhielten.

Ob die Schlachthaus-Betreibergesellschaft bestehen bleibt und den Schlachthof für die weiterhin möglichen privaten Hausschlachtungen und für Jäger offen hält, entscheidet sich in der nächsten Hauptversammlung im Juni. Ein Teil der 14 Mitglieder der Betreibergesellschaft hat sich für die Fortführung in diesem Sinn ausgesprochen.

Zumindest bis zum Juni 2012, dann läuft der Pachtvertrag mit der Stadt aus. Horst Schilling und Martin Schlegel werden allerdings nicht mehr kandidieren. Ein neuer Vorstand wird über die Zukunft des Detzelner Schlachthauses entscheiden.

Quelle: Südkurier, Foto: Freudig


28. November 2009: Schlachthaus-Betreibergemeinschaft - Verzicht auf EU-Zulassung

Schwere Zeiten sieht Vorsitzender Martin Schlegel auf die Schlachthaus-Betreibergemeinschaft Detzeln zukommen. Das Jahr 2010 steht vor der Tür und pünktlich am 1. Januar müssten strenge Auflagen erfüllt werden, damit dem Verein die EU-Zulassung erteilt wird. Die Liste der Anforderungen enthält unter anderem eine Hygieneschleuse, einen Umkleideraum sowie einen zweiten Kühlraum. Der Verein sieht sich außerstande, die notwendigen Investitionen in Höhe von 9000 Euro zu tätigen, die in keinem Verhältnis zum Schlachtaufkommen stünden. Im vergangenen Vereinsjahr wurden elf Großvieh-Schlachtungen getätigt. Die Betreibergemeinschaft verzichtet auf die EU-Zulassung und beschränkt sich künftig auf Hausschlachtungen. Eine Abstimmung, ob unter den Mitgliedern auch unter diesen Umständen überhaupt noch Interesse bestehe, den Verein fortzuführen, fiel positiv aus: knapp 55 Prozent der Anwesenden möchten den Verein weiterführen. Der Vorsitzende machte darauf aufmerksam, dass unter diesen sechs Mitgliedern auch die künftigen Vorstandsmitglieder auszumachen seien, denn sowohl er als auch Schriftführer Horst Schilling würden im nächsten Jahr ihre Ämter zur Verfügung stellen. Der Pachtvertrag des Vereins mit der Stadt läuft bis zum 30. Juni 2012. Dieses Datum ist auch der Grund, warum die nächste Mitgliederversammlung auf den 30. Juni 2010 vorgezogen wird. Dann soll ein neuer Vorstand die Geschicke des Vereins bis zum Ende des Pachtvertrages lenken.

Quelle: Südkurier (hjk)


1. Dezember 2008: Schlachthaus vor dem Aus

Vorsitzender Martin Schlegel blickte in der elften Mitgliederversammlung auf ein normales Vereinsjahr der Schlachthaus-Betreibergemeinschaft Detzeln zurück. Im zurückliegenden Jahr wurden 17 Schlachtungen durchgeführt. Nicht darin enthalten sind Schlachtungen durch die Jagdpächter. Allerdings droht dem Verein die Auflösung.

Das Schlachtfest war wieder ein großer Erfolg. Dennoch hat der Vorstand beschlossen, im nächsten Jahr kein Schlachtfest mehr auszurichten, denn die Zukunft des Vereins ist fraglich. EU-Vorschriften machen der Schlachthaus-Betreibergemeinschaft Detzeln das Leben schwer. Ohne die vorgeschriebene Hygieneschleuse und einen zweiten Kühlraum erlöscht zum 30. Dezember die EU-Zulassung. Dann wären nur noch Hausschlachtungen erlaubt. Investitionen, insbesondere für einen zweiten Kühlraum, sind für den Verein jedoch nicht realisierbar. Nach ausgiebiger Diskussion einigten sich die Mitglieder darauf, den Verein auf alle Fälle weiterzuführen. Mit dem Veterinäramt soll ein Ortstermin vereinbart werden, damit die Zukunft der Schlachthaus-Betreibergemeinschaft und der Schlachthausnutzung erörtert werden kann.

Quelle: Südkurier (hjk)


11. und 12. Oktober 2008: Schlachtfest in Detzeln

Die Schlachthaus-Betreibergemeinschaft hatte in das Feuerwehrhaus Detzeln eingeladen zu:

Kesselfleisch direkt aus dem Kessel am Samstag, den 11. Oktober 2008 von 11.30 Uhr bis 12:30 Uhr.

und

Schlachtplatte am Sonntag, den 12. Oktober 2008 ab 11:00 Uhr.

Es gab auch Kaffee und selbstgebackenen Kuchen.

Die Schlachthaus-Betreibergemeinschaft