Torsten Krietsch Fotografie
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Maria Königin

1951 beschließt der Stiftungsrat in Detzeln den Bau einer Kirche. Die Detzelner wussten, dass für den Bau nicht auf Hilfe von außen gewartet werden konnte, sondern der Bau einer neuen Kirche nur durch große Eigeninitiative möglich sein würde. Als Standort für die Kirche wurde ein Grundstück, zwischen Friedhof und Dorf gelegen, ausgesucht. Die außergewöhnlich große Spendenbereitschaft der Detzelner und das Ableisten vieler Arbeitsstunden machten den Bau der Kirche erst möglich. Am 19. Mai 1954 wurde der erste Spatenstich getan und danach das Fundament in siebentägiger Gemeinschaftsarbeit von den Bürgern von Detzeln erstellt. Am Sonntag, den 18. Juli 1954, wurde die Grundsteinlegung durch Dekan Karl Armbruster vorgenommen. Die Pläne für die Filialkirche Detzeln erstellte das Erzbischöfliche Bauamt in Konstanz (Baurat Schätzle). Örtlicher Bauleiter für den Rohbau war Architekt Hans Rossa aus Tiengen. Das Engagement der Detzelner war riesengroß. Jeden ersten Sonntag im Monat wurde von Haus zu Haus gegangen und für die Kirche gesammelt. Einige Arbeiten am Bau wurden von Handwerkern kostenlos ausgeführt, die ihrerseits wieder von unentgeltlich arbeitenden "Handlangern" aus der Gemeinde unterstützt wurden. Die Kosten für den Rohbau wurden aus freiwilligen Spenden und Stiftungen sowie durch Eigenarbeit und Holzlieferungen aufgebracht. Der vorgegebene Kostenrahmen vom Jahr 1950 für Außen- und Innenausbau, mit rd. 51 000 DM angegeben, konnte eingehalten werden. Dass bei dem Bau Zeit verging und Geduld nötig war, versteht sich.

4 Jahre nach der Grundsteinlegung, am 2. November 1958, wurde die Kirche zu Ehren von "Maria Königin" durch Dekan Armbruster eingeweiht. 1960 erhielt die Kirche 3 Glocken. Diese sind geweiht "Maria Königin", dem hl. Josef und dem hl. Oswald. 1980 wurde die Kirche renoviert und der umgebaute Altar im gleichen Jahr am 30. November durch Weihbischof Kirchgässner geweiht. Neben den als Holzrelieftafeln ausgebildeten Kreuzwegstationen fallen dem Besucher der Kirche das große Kreuz im Altarbereich und das Mosaikbild an der Altarwand auf. Das letztere zeigt Maria im Lichterglanz und ist ein Werk des Tiengener Malers und Künstlers Paul Przybylski. In Ansprachen und Berichten in den vergangenen Jahren wurde immer wieder der Gemeinschaftssinn und die große Opferbereitschaft der Detzelner für "ihre" Kirche hervorgehoben.

Quelle: «Zwei Kirchen in einem Dorf», Manfred Emmerich