Torsten Krietsch Fotografie
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Die Oswaldkapelle

Am Ortsende von Detzeln in Richtung Untermettingen steht auf einem Hügel an der Steina die alte Klosenkapelle. Um die Mitte des 12. Jahrhunderts gründete dort ein "liber homo et nobiles"- ein edel freier Mann- namens Marcward nach dem Tod seiner Frau und seiner Kinder auf seinem Eigengut, auf einer bereits bestehenden kleinen Burganlage, eine "Cella". Dieses kleine Kloster, zu Ehren Christi und seiner Mutter Maria gegründet, übergab Marcward einer kleinen Gemeinschaft von Priestern, die nach der Regel des heiligen Augustinus ein gemeinsames Leben führten. Zum Unterhalt vermachte der Gründer den Augustiner-Chorherren aus seinem Besitz im Alb- und Klettgau Güter und Einkünfte. Nach dem Tode Marcwards nahm König Konrad III. durch eine am 7. Januar 1152 auf einem Konstanzer Hoftag ausgestellten Bestätigungsurkunde die Klostergründung unter königlichen Schutz. In der Urkunde wird Detzeln von der Zehntpflicht gegenüber der Kirche von "Tuengen" (Tiengen) befreit. Bischof Hermann von Konstanz und Pfarrer Karl von Tiengen, wohin Detzeln kirchlich gehörte, erteilten hierzu ihre Genehmigung. Um 1200, also nur wenige Jahrzehnte nach der Gründung, wurde das Kloster von Detzeln nach Riedern am Wald verlegt.

Die Klosenkapelle (Closenkapelle) erinnert mit ihrem Namen noch heute, 800 Jahre später, an das einst in Detzeln existierende Kloster: Der Name "Klosenkapelle" (Closenkapelle) leitet sich ab von "Klause" (=Klosterzelle).

1423 wird an der Stelle des ehemaligen Klosters eine "Kapelle und ein Bruder- Häusle", eine Einsiedelei, erwähnt. Auf dem einst vom Kloster überbauten Gelände stand neben der Klosenkapelle bis zum Jahre 1991 der alte Klosenhof.

1581/82 wurde die stark zerfallene Kapelle wieder hergestellt und 1583 zu Ehren des heiligen Oswald eingeweiht und seither meist Oswaldkapelle genannt. Der heilige Oswald, 603 als späterer König des angelsächsischen Teilreiches von Northumbrien geboren, versuchte nach seiner Taufe sein Land zu christianisieren und fiel 642 im Kampf gegen das heidnische Königreich Mercia. Er wird als Märtyrer christlichen Glaubens verehrt. Dargestellt wird er mit Zepter und Rabe. Sein Festtag ist der 5. August. Die Unterhaltspflicht zur Oswaldkapelle oblag jeher der Propstei in Riedern am Wald. Das Stift Riedern war 1638 in das Stift Kreuzlingen (Schweiz) einverleibt worden. Nach der Säkularisation erwarben 1812 die Basler Bürger Landerer und Schmied die obere Propstei in Riedern, verkauften nach wenigen Jahren ihren Besitz wieder. Für 140 Gulden wurde die Unterhaltspflicht für die Detzelner Kapelle abgegolten und dem neu geschaffenen Kapellenfonds die Verpflichtung zur baulichen Unterhaltung übertragen. Die Kapelle kam zur Pfarrei Tiengen. Den Kapellenfonds verwaltete der Stiftungsrat von Detzeln.

Die Akten im Pfarrarchiv zeigen, dass im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts immer wieder Instandsetzungsarbeiten an und in der Kapelle nötig waren und Anschaffungen getätigt wurden. So wurde u.a. 1880 das Türmchen durch die Gemeinde hergestellt und zwei Glöcklein darin aufgehängt (eine der Glocken von 1880 hängt in dem bei der Renovation von 1976 errichteten neuem Dachreiter), 1883 ein neuer Kreuzweg eingeweiht, 1894 eine neue Stiege auf die Empore errichtet, 1895 die Kapelle durch Maler und Schreiner renoviert, 1916 ein Tabernakeln eingebaut.

Krieg, Geldentwertung und Konzentration auf den Bau einer neuen Kirche führten dazu, dass die Oswaldkapelle in einen schlechten Zustand geriet. Sehr erfreulich ist es deshalb, dass die unter Denkmalschutz stehende Oswaldkapelle in den Jahren 1975/76 umfassend renoviert wurde. In der Kapelle können wir die Kreuzigungsgruppe, die Fresken und das Altarbild mit dem heiligen Oswald bewundern. An der äußeren Südwand ist noch ein, allerdings durch die Witterung verblasstes Freskogemälde, den heiligen Christophorus darstellend, zu erkennen. Mit der Oswaldkapelle besitzt Detzeln ein geschichtsreiches Kleinod.

Quelle: «Zwei Kirchen in einem Dorf», Manfred Emmerich


20. November 2008: Detzeln - Kapelle in neuem Glanz

Mit einer Gedenkminute für den kürzlich verstorbenen Rolf Thienger hat die jüngste Sitzung des Ortschaftsrats Detzeln begonnen. Ortsvorsteher Erwin Schlegel würdigte das Engagement des Verstorbenen fürs Dorf, der 19 Jahre Mitglied im Ortschaftsrat war.

Dank der Spendenbereitschaft und des Einsatzes vieler Beteiligten, besonderen Dank gilt hier Elfriede Hilpert, konnte das Außenfresko der Oswaldkapelle renoviert werden, so Ortsvorsteher Erwin Schlegel. Die Kosten betrugen 22 000 Euro, die vom Denkmalamt, dem Erzbischöflichen Bauamt und Spenden aus Detzeln (3500 Euro) getragen wurden. Die Stadt Waldshut-Tiengen spendete den Restbetrag von 1500 Euro.

Einen weiteren Dank richtete Erwin Schlegel an den Männergesangverein, der mit seinem Konzert und einer neuen CD Detzeln ein musikalisches Highlight beschert hat.

Unter Verschiedenes stellte Ortschaftsrat Rudolf Fricker die Frage, ob genügend Urnengräber vorhanden seien, da ja die drei Urnengräber, die angelegt waren, inzwischen belegt sind. Dies wurde von Ortsvorsteher Erwin Schlegel bejaht. Insgesamt wurden zehn Urnengräber hergerichtet, bis auf die Zwischenplatten, die, so Erwin Schlegel, ohne Probleme bei Bedarf gelegt werden könnten.

Ortschaftsrat Norbert Thienger wies darauf hin, dass die Beleuchtung vor dem Milchhaus defekt sei. Hier bestehe Handlungsbedarf, damit gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit die Bewohner gefahrlos zu ihren Grundstücken gelangen können. Dabei gebe es ein kleines Problem, so Erwin Schlegel, da es sich um eine alte Lampe handelt und das Vorschaltgerät nicht mehr so ohne weiteres zu erhalten sei. Er will sich aber darum kümmern.

Weitere Punkte bei der Ortschaftsratssitzung waren die Kenntnisnahme des Bauantrags Harald Stich zur nachträglichen Genehmigung für den Anbau eines Holzschopfes und der Antrag der EnBW zum Anschluss eines Hausanschlusses zur Einspeisung von Strom.

Erwin Schlegel informierte noch über den Termin für die Bürgerversammlung und das Rehessen, das am 5. Januar 2009, stattfinden wird. Andrea Böhringer teilte dem Ortschaftsrat mit, dass die Landfrauen die Organisation des bunten Abends am Fasnachtsamstag übernehmen werden. Er soll unter dem Motto "Im Märchenwald" stattfinden.

Quelle: Südkurier, Böhringer


28. Mai 2008: Rettung für alte Wandmalerei

Die Oswaldkapelle in Detzeln soll renoviert werden. Dafür veranstaltet die Filiale Detzeln der katholischen Kirche am 1. Juni ein Kapellenfest, das um 10.15 Uhr mit einem Zeltgottesdienst eröffnet wird. Vor allem das Außenfresko soll gerettet werden.

Bereits 1581 fanden die Bewohner von Detzeln, dass die damals noch unter dem Namen "Klosenkapelle" bekannte Kapelle erhaltenswert ist. Sie wurde von den Bewohnern Detzelns zum großen Teil neu aufgebaut. Über 400 Jahre später engagieren sich die Bürger von Detzeln wieder für ihre Kapelle, die renovierungsbedürftig ist. Mit einem Kapellenfest am kommenden Sonntag, dem 1. Juni, im Zelt am Gemeindehaus soll ein Teil des Geldes zusammen kommen, das für die Renovierung benötigt wird.

Im Ort Detzeln, der als Tezzilnheim erstmals 844 urkundlich erwähnt wird, steht auf einem Felsenrücken an der Steina die alte Klosenkapelle. Sie ist eines der ältesten Zeugnisse der Geschichte des Tales und seiner Bewohner. Mitte des 12. Jahrhunderts gründete ein edel freier Mann namens Marcward auf seinem Eigengut eine Cella. Nach einigen Besitzerwechseln war die kleine Kapelle dem Kloster Riedern a.W. unterstellt.

1581 wurde die verfallene Kapelle von den Bewohnern Detzeln bereits das erste Mal renoviert. Und 1583 wurde sie zu Ehren des Heiligen Oswald eingeweiht und wird seitdem auch "Oswald-Kapelle" genannt. Die Oswald-Kapelle ist nicht nur ein geschichtsträchtiges Kleinod, sondern auch ein Stück Identität für den Ortsteil Detzeln. Im Laufe der Jahrhunderte investierten die Bewohner von Detzeln immer wieder in ihre kleine Kapelle. Bereits 1812 gab es einen Kapellenfond, der von einem Stiftungsrat in Detzeln verwaltet wurde.

Quelle: Andrea Böhringer